Abschied nehmen vom eigenen Kind – Das Kinder-Hospiz Sternenbrücke

04.06.2013 - Thema: Allgemein - Autor: Team hhmesse.de

In der Hansestadt Hamburg gibt es viele unterstützenswerte Projekte, Einrichtungen und Veranstaltungen, die unserer Elbmetropole ihr soziales Antlitz verleihen. Eine dieser Einrichtungen möchten wir heute vorstellen: Es geht um eine Stiftung, die sich einer besonders schwierigen Aufgabe widmet und bereits vielen Familien einen unschätzbaren Dienst erwiesen hat. Für Eltern gibt es wohl kaum eine schmerzhaftere Erfahrung, als das eigene Kind zu verlieren. Die Nachricht, dass es keine Heilungschancen mehr gibt und nur noch eine begrenzte Zeit mit dem geliebten Menschen verfügbar ist, lässt das Alltagsleben erst einmal aus den Fugen geraten. Einrichtungen wie das Kinderhospiz Sternenbrücke haben es sich zur Aufgabe gemacht, Betroffene und Familien in der letzten Lebensphase des jungen Angehörigen zu begleiten. Im Folgenden können Sie mehr über diese Einrichtung, ihre Arbeitsweise sowie das Leistungsspektrum erfahren.

Das Kinder-Hospiz Sternenbrücke

© Kinder-Hospiz Sternenbrücke

Die Stiftung

„Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben“ lautet der Spruch, der den Eingangsbereich der Einrichtung ziert und somit auch für das Credo der Stiftung steht. Die Stiftung wurde im Jahre 2001 gegründet und begann die Arbeit mit einem Startkapital von 51 000 Euro. Die täglichen Ausgaben werden gegenwärtig hauptsächlich durch Spenden gedeckt. Diese werden über einen angegliederten Förderverein sichergestellt. Sie möchten einen Beitrag leisten: Spenden Sie bei betterplace.org, um die Arbeit der Stiftung zu unterstützen.

Das Kinder-Hospiz Sternenbrücke

© Kinder-Hospiz Sternenbrücke

Das Haus

Im Westen Hamburgs liegt das 1939 erbaute Haus der Stiftung, eingerahmt von hohen, alten Bäumen und einem liebevoll begrünten Grundstück. Eine besinnliche Atmosphäre umgibt die großzügige Anlage. In seinen Räumlichkeiten kann das Hospiz maximal 12 junge Patienten bis zu einem Alter von 27 Jahren aufnehmen. Diese werden hier für mindestens 28 Tage im Jahr stationär betreut und gleichzeitig die Angehörigen entlastet und unterstützt. Die Endphase des Lebens wird vollständig in der Einrichtung verbracht. Hoch spezialisiertes Personal sorgt für die medizinische sowie psychologische und pädagogische Betreuung der Betroffenen und deren Familien. Das medizinische Personal besteht aus Ärzten, Schmerztherapeuten, speziell ausgebildeten Krankenpflegern sowie einer Brückenschwester, die den Übergang vom Krankenhaus in die Einrichtung betreut. Für die weiteren Arbeitsgebiete sind Heil- und Sozialpädagogen, ein Familientherapeut sowie Seelsorger verantwortlich. Ehrenamtliche Mitarbeiter vervollständigen das Betreuungsteam.

Das Kinder-Hospiz Sternenbrücke

© Kinder-Hospiz Sternenbrücke

Aufbau der Arbeit

Durch die Entlastungspflegeaufenthalte erhält die Familie eine Atempause, in der Sie sich von der belastenden Pflege erholen kann. Während des Aufenthaltes in der Einrichtung erfahren alle Familienmitglieder eine individuell abgestimmte Betreuung. Diese dient der Stabilisierung des Familiengefüges und sichert die anschließende weitere Arbeit daheim. Der Patient erhält eine behutsame und einfühlsame Zuwendung. Während des stationären Aufenthaltes kann der junge Mensch sich an die Pflegekräfte sowie das weitere Personal gewöhnen und eine vertrauensvolle Beziehung entsteht. Dies ist unabdingbarer Bestandteil für den gemeinsamen Weg, den das Team und der Patient beschreiten werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der pädagogischen Betreuung der Geschwister. Kindgerechte, fantasievolle Tätigkeiten sollen Ihnen auch unbeschwerte Zeiten in diesem schweren Lebensabschnitt ermöglichen.

Das Kinder-Hospiz Sternenbrücke

© Kinder-Hospiz Sternenbrücke

Die Räumlichkeiten

Im Erdgeschoss des Hauses liegen die neun Kinderzimmer der Anlage. Bei der Gestaltung ist besonders darauf geachtet worden, dass eine behagliche, warme Atmosphäre entsteht. Trotzdem sind die Zimmer vollständig für eine intensive Pflege ausgestattet. Im Obergeschoss befinden sich die Zimmer für angehörige Familien. Die gesamten Innenräume sind geprägt durch Licht und helle Farben, dies sorgt für einen würdevollen Gesamteindruck. Für die letzte Lebensphase wird ein besonderes Zimmer bereitgehalten, welches durch eine Treppe mit dem Elternzimmer verbunden ist und somit ein Höchstmaß an Nähe ermöglicht. Gemeinschaftsräume wie der Kreativkeller oder das Kaminzimmer sowie ein behindertengerechtes Spielzimmer ergänzen das großzügige Angebot. Für spezielle Anwendungen stehen ein Schwimmbad und ein Raum für die Musiktherapie bereit. Eine Besonderheit des Angebotes macht die Steinwerkstatt aus. Hier kann unter Anleitung eines erfahrenen Steinmetzes ein individuelles Erinnerungsstück geschaffen werden.

Nach dem Abschied

Viele Hinterbliebene bleiben auch lange Zeit nach dem Verlust mit dem Hospitz Sternenbrücke verbunden. Das Bedürfnis, Erlittenes und Erlebtes mit anderen Menschen zu teilen, bleibt groß. Auch hierfür bietet das Haus eine Plattform mit unterschiedlichen Aktivitäten wie Gesprächskreisen oder dem „Tag der Erinnerung“.

Kontakt:

Kinder-Hospiz Sternenbrücke

Sandmoorweg 62

22559 Hamburg

Tel.  040-81 99 12 15

Fax: 040-81 99 12 50

www.sternenbruecke.de

 

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