Hamburger Staatsoper: das erste öffentliche Opernhaus Deutschlands

Abendliche Entspannung bei wunderbarer Musik in der Oper: Dies bietet in Hamburg die renommierte Staatsoper, die zu den beliebtesten deutschen Opernhäusern gehört und gemeinsam mit ihrem Orchester, den Philharmonikern Hamburg, Weltruf genießt.

Die Geschichte der Hamburger Staatsoper

Bereits im 17. Jahrhundert hatte Hamburg als erste Stadt in Deutschland ihr eigenes öffentliches Opernhaus: Dabei handelte es sich um ein Gebäude an der Ecke Jungfernstieg/Gänsemarkt, das schon lange nicht mehr erhalten ist. Trotz gelegentlicher Auseinandersetzungen mit der Hamburger Priesterschaft, die gegen das weltliche Theater heftig protestierte, genoss die Hamburger Oper am Gänsemarkt von 1678 bis 1738 einen hervorragenden Ruf in Europa, ehe sie ihr eigenständiges Programm aufgab und nur noch als Tourneetheater genutzt wurde.

Während auch andere Theater in Hamburg Oper spielten, erhielt die Stadt erst 1827 mit dem neuen Stadt-Theater an der Dammtorstraße einen echten neuen Opernbau mit 2.800 Plätzen und einer für diese Zeit hochmoderne Akustik. Stars wie Niccoló Paganini und Jenny Lindh, die schwedische Nachtigall, versetzten das Hamburger Publikum in Verzückung, während Richard Wagner höchst selbst seinen Ring an der Elbe dirigierte. Auch für Giuseppe Verdi wurde Hamburg eine beliebte Adresse: Seine Opern Nabucco, Aida und Othello erlebten alle in der Hamburger Oper ihre deutsche Uraufführung. Gustav Mahler wurde 1891 für sechs Jahre Intendant.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Bühnenhaus der Oper umgebaut und erhielt seine heutige Form, während erst 1934 der heute bekannte Name „Hamburgische Staatsoper“ eingeführt wurde. Nachdem der Zuschauerraum im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört worden war, erfolgte bis 1955 ein Neubau mit 1690 Plätzen, der heute noch benutzt wird. Stars wie Placido Domingo, Luciano Pavarotti und Montserrat Caballé gaben sich in den folgenden Jahrzehnten die Klinke in die Hand.

Die Hamburger Staatsoper heute

Der hervorragende Ruf der Hamburger Staatsoper ist ungebrochen: Mehrfach wurde sie als „Opernhaus des Jahres“ ausgezeichnet und bietet aktuell etwa 380 Vorstellungen pro Jahr an drei Häusern. Ergänzt wird das Opernhaus durch das weltberühmte Hamburg Ballett von John Neumeier und die Philharmoniker Hamburg, die 1828 zur Eröffnung des neuen Gebäudes an der Dammtorstraße gegründet wurden. Sie spielen nicht nur fast alle Opern- und Ballettvorstellungen, sondern pro Saison auch etwa 30 Konzerte an verschiedenen Orten.

Ein Abend bei wunderschöner Musik in der Oper oder bei einem der beeindruckenden Ballettvorführungen gehört für Hamburger fest zum Kulturleben der Hansestadt dazu und auch viele Besucher genießen die herausragende Qualität der Hamburger Staatsoper. Restkarten für die Vorstellung am gleichen Abend gibt es in der Regel an der Tageskasse.