Der Michel: ein Wahrzeichen der Hansestadt

Kein anderes Wahrzeichen ist so berühmt, wie der „Michel“, die St. Michaeliskirche von Hamburg, mit ihrem markanten von Grünspan bedeckten Turm, die zwischen dem Hafen und der Innenstadt in den norddeutschen Himmel ragt. Dabei ist der Michel nur eine der fünf wichtigen Kirchen der Hansestadt.

Der Hamburger Michel: Symbol und Wahrzeichen

Der heutige Michel ist bereits die dritte Kirche an gleicher Stelle, die erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. Zwei frühere Bauten fielen Bränden zum Opfer, der erste davon ausgelöst durch einen Blitzschlag. Damit ist die dem Erzengel Michael geweihte Barockkirche die jüngste der fünf Hauptkirchen Hamburgs und zugleich die größte. Der 132 Meter hohe Turm mit seiner Aussichtsplattform in 106 Metern Höhe ist ein beliebtes Ziel für Touristen und Ausflügler. Von ihr bietet sich ein wunderbarer Ausblick über den Hafen und die Innenstadt. Sportliche Menschen nehmen die 453 Stufen, andere den Fahrstuhl.

Für Seeleute war der markante Turm des Hamburger Michel viele Jahre lang ein wichtiges Orientierungsmerkmal. Wer morgens um 10.00 oder abends um 21.00 Uhr in der Nähe des Michels ist, kann den Michel-Türmer hören, einen Trompeter, der seit 300 Jahren zu dieser Zeit Chorale vom Kirchturm bläst. In früheren Zeiten war dies das Signal zur täglichen Öffnung und Schließung der Stadttore, heute eine liebgewonnene Tradition.

Gruppen haben täglich die Möglichkeit, an ausführlichen Führungen durch die Kirche und die Krypta teilzunehmen. Einzelpersonen können sich jeweils am zweiten und vierten Donnerstag des Monats um 15.00 Uhr ohne Anmeldung einer Führung anschließen, um mehr über die Geschichte der Kirche zu erfahren.

Besonders attraktiv ist der „Nachtmichel“, die Turmbesteigung nach Einbruch der Dunkelheit, bei der die nächtlich beleuchtete Hamburger Innenstadt und der Hafen ein besonders schönes Bild abgeben. Ein Getränk ist im Preis mit einbegriffen.

Die fünf Hauptkirchen von Hamburg

Der Hamburger Michel ist nur eine von fünf Kirchen, die gemeinsam als Hauptkirchen Hamburgs bezeichnet werden. Die anderen vier sind St. Petri, St. Katharinen, St. Jacobi und St. Nikolai. Allen gemeinsam ist, dass es evangelisch-lutherische Kirchen sind, die von der Außenalster gesehen die Skyline der Hamburger Innenstadt dominieren. Allerdings steht von der historischen St. Nikolaikirche in der Innenstadt lediglich noch der Turm. Das Kirchengebäude wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt und ein Neubau im Stadtteil Harvestehude errichtet, da die Kirchengemeinde in der Innenstadt kaum noch Einwohner besaß.

Die älteste der Hauptkirchen ist die Kirche St. Petri an der Mönckebergstraße, der Haupteinkaufsstraße von Hamburg. Auch ihr Turm kann über 544 Treppenstufen besucht werden. In der Nähe befindet sich auch die Kirche St. Jakobi, deren Name an den Jakobsweg erinnert, der an dieser Stelle verläuft. Die Kirche St. Katharinen am Hafen galt stets als Kirche der Seefahrer in Hamburg. Sie wurde im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört und allmählich wieder aufgebaut.